Pressemitteilung

Elmar Hermann: "Shining"

  • 22.10.2016

„Negativraum“ – so wird in der Kunst der Raum zwischen zwei Figuren genannt. Einen solche Negativraum entnimmt Elmar Hermann einem Standbild des Horrorfilms „Shining“ von Stanley Kubrick (USA 1980): Es zeigt einen Vater mit seinem kleinen Sohn, die Gesichter sind sich im Profil zugewandt.

Elmar Hermann zeichnet die Profile der Gesichter von Vater und Sohn nach und übersetzt sie in eine dreidimensionale Form: eine Skulptur aus Eichenholz. Dabei geschieht eine Umwandlung von „negativ“ in „positiv“, die für die Arbeit in mehrfacher Hinsicht relevant ist.

Das komplizierte Aufeinandertreffen von Vater und Sohn wird hier vor dem Hintergrund der christlichen Tradition metaphorisch aufgeladen. Die Skulptur veranschaulicht den Versuch, das komplizierte Verhältnis zu fassen und in einer Form zu fixieren. So verweist der Künstler auf das Verlangen, das Unfassbare begreifbar zu machen – ein Interesse, das Kunst, Psychologie und Religion miteinander teilen.

Das Werk thematisiert die Flexibilität menschlicher Wahrnehmung und Begriffsbildung: Erst Verstehen ermöglicht Kritik, Auseinandersetzung und Mitbestimmung. In diesem Sinn kennzeichnet Reformation für den Künstler einen Entwicklungs- und Reifeprozess, der vergleichbar ist mit dem Erwachsen-Werden. Im kirchlichen Kontext der Ausstellung korrespondiert das Werk zudem mit christlichen Darstellungen der Beziehung zwischen Gottvater und Sohn.