Pressemitteilung

Lydia Nüüd: „Transformation – Lichtbündel“

  • 23.10.2016

Spannt die evangelische Kirche ihre Netze aus? Sind sie leicht und durchlässig, so dass sich nur verfängt, wer sich verfangen möchte? Lassen die Netze eine Wandlung und Transformation des Glaubens zu? Um offene Fragen wie diese geht es bei dem Projekt von Lydia Nüüd, das die Betrachterin und den Betrachter einladen soll, eigene Antworten zu finden.

Die Künstlerin gestaltet aus Verpackungsschnur gehäkelte Spiralen-Säulen, die sieben bis zehn Meter hoch sind. In den Mittelschiffen der am Projekt beteiligten Kirchen hängen sie an einem Drahtseil, das die Künstlerin zwischen Pfeiler im Innenraum spannt. Die Spiralen-Säulen sind lichtdurchlässig und leicht. Teils weiß, teils farbig gestaltet, bündeln sie das Licht. Intensive Bestrahlung verstärkt das Licht- und Schattenspiel. Der Innenraum der Kirche wird erfahrbar, bekommt Volumen, Inhalt, Dichte und Dynamik.

Die Spiralen-Säulen verweisen sinnbildlich auf Wandlungs- und Transformationsprozesse des Glaubens, der stets in Bewegung ist und häufig in ein „vertikales Denken“ mündet, wie Lydia Nüüd bemerkt. Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? Die Spiralen deuten ein System von oben und unten an und winden sich in beiden Richtungen einer Unendlichkeit entgegen.

Das Anstrahlen der Spiralen-Säulen soll die inhaltlichen Ziele der Installation untermalen. Die Spiralen-Säulen haben fließende Formen und Öffnungen – wie der menschliche Glaube. Die Wirkung der Spiralen-Säulen variiert bei der Wanderausstellung und ist von der Architektur des jeweiligen Kirchraums abhängig.